Sandstein auf Reisen

Steinbruch im 17. Jahrhundert

Jahrhundertelanger Abbau

Bereits seit dem 7. Jahrhundert wird Sandstein in der Region abgebaut. Als Baumaterial sowie als Mahl- und Schleifstein wird er bis heute nicht nur hier sehr geschätzt. Mehrere Generationen wurden durch den Abbau, den Handel und die Verarbeitung geprägt. Im Jahre 1875 wurde mit knapp 400 Steinbrüchen und rund 3.200 Beschäftigten die höchste Kapazität erreicht. Hinzu kamen tausende Berufstätige, die von der Steingewinnung lebten wie Bildhauer, Steinmetze, Steinsäger, Fuhrleute, Schiffer, Verladearbeiter und Zimmerleute. Durch die entstehende Konkurrenz billigerer Baumaterialien wie Ziegelmaterial und Beton war der Sandsteinabbau ab 1910 rückläufig und erreichte im Jahr 1930 nur noch Beschäftigungszahlen von lediglich 244 Arbeitern. In den 50er Jahren existierten nur noch 20 Steinbrüche. Heute beschäftigen die Sächsischen Sandsteinwerke etwa 60 Mitarbeiter.

Sandstein mit bedeutender Rolle

Neumarkt mit Frauenkirche, Dresden

Kein anderes Produkt hat Pirna und die Sächsische Schweiz so geprägt wie eben der Sandstein. „Stellen Sie sich vor, was Pirna ohne Sandstein wäre“, sagt der Stadtmarketingverantwortliche Olaf Franke. Es gäbe kein Rathaus, keine St. Marienkirche, kein Schloss Sonnenstein und keine Altstadthäuser. Der Stein besiegelte den Reichtum und machte Pirna schon früh zu einem florierenden Handelszentrum an der Elbe. Denn von hier aus wurden Sandsteinblöcke in alle Welt verschifft. Baudenkmale von Weltrang wie die Dresdner Frauenkirche, der Zwinger, das Brandenburger Tor in Berlin, das Schloss Sanssouci in Potsdam sowie zahlreiche andere europäische Fürstenhäuser wurden aus Sandstein gebaut oder erhielten so ihre Unverwechselbarkeit.

Doch nicht nur in den historischen Gebäuden ist der Baustoff heute allgegenwärtig. Denken Sie auch an den Pirnaer Skulpturensommer oder die neu entstehenden Geschichtenspielplätze für die Kinder in der Altstadt Pirnas. „Wir haben einzelne historische Orte in Pirna ausgewählt und werden deren Bedeutung auf Tafeln kindgerecht und spannend erklären. Wo es möglich ist, werden auch Lern- bzw. Spielelemente aufgestellt. Die Kinder erhalten so viele Orte, an denen sie spielen und lernen können. Bei der Themen- und Materialauswahl spielt der Pirnaer Sandstein selbstverständlich eine große Rolle“, sagt Jana Türke, Büroleiterin des Citymanagements Pirna.

Sandstein in Pirna

Elbbrücke Pirna

Heute ist Pirna eine Stadt, in der man gerne lebt. Junge Familien, aber auch Geschäftsleute oder Senioren zieht es hier her. Attraktive Wohnungen mit bezahlbaren Mieten, wunderschön gelegene, erschlossene Baugrundstücke können die Nachfrage kaum decken. Doch das war nicht immer so. Dem Engagement und Enthusiasmus von Pirnaern, die schon im Oktober 1989 die Initiative „Rettet Pirna“ gründeten, ist es zu verdanken, dass die Baudenkmale heute in historischer Pracht zu bewundern sind. Initiativen und Investitionen brachten letztlich wieder neues Leben in die teils verfallenen Sandsteingemäuer. In die Altstadtsanierung flossen von 1990 bis 2010 nach Angaben der Stadt etwa 78 Millionen Euro an Fördergeldern von Bund, Freistaat Sachsen und Stadt. Hinzu kamen noch private Investitionen. „Sandstein und Leben“ ist das also kein Widerspruch. Was auf den ersten Blick gar nicht zusammenpasst, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als eine wunderbare Kombination.

© Sigrid Rehak

Veranstaltungen

Pirna – Sandstein voller Leben

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