Frühe Steinmetz- und Bildhauerkunst in Pirna

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„Einzig Wolf Blechschmidt, der wohl ebenfalls um 1536/37 nach Pirna gekommen war und erwiesenermaßen an der Stadtkirche arbeitete, blieb nach Abschluss dieser Arbeiten in Pirna und gründete eine eigene Werkstatt. Zusammen mit Meister Nickel, Merten und Anders gehörte er zur städtischen Zunft der Steinmetzen, zu denjenigen Meistern also, die sich dauerhaft in Pirna niedergelassen haben“, schrieb die Kunsthistorikerin Elisabeth Schwarm-Tomisch in einem Aufsatz für die „Pirnaer Hefte 1998/1999“.

Etwa seit dem 15. Jahrhundert gab es eine Ausbildung für den Beruf des Steinmetzes. Welche Wertschätzung den Steinmetzen und Bildhauern schon vor vielen Jahrhunderten entgegengebracht wurde, zeigt die Erteilung eines kurfürstlichen Schutzbriefes durch Friedrich II. am 8. Mai 1464. Dessen 550. Jahrestag wurde 2014 durch die sächsischen Steinmetze und Bildhauer gefeiert.

Bemerkenswert ist auch, dass es bereits im Jahre 1555 ausgerechnet in Pirna eine Zusammenkunft von 17 Meistern und Gesellen aus Sachsen und anderen Städten des Deutschen Reiches gab. Anlass war die Verabschiedung und Niederschrift einer gemeinsamen Zunftordnung der Steinmetze.

Rund 350 Jahre später führt das „Adreß- und Geschäftsbuch für Pirna und Copitz, 1910“ die Berufe „Bildhauer“, „Steinbruchsbesitzer und -pächter, Steinfabrikation und Steinsägewerke“ und „Steinsetzmeister“ auf. Die Berufsbezeichnung „Steinmetzmeister“ ist nicht zu finden. Allerdings wird unter den vier Einträgen für „Bildhauer“ darauf hingewiesen, dass der Betrieb von Neßmann G.H. Nachfahre durch den Steinmetzmeister Oskar Würdig betrieben wurde. Als „Steinsetzmeister“ wird lediglich Karl Hanke aus der Grohmannstraße 7 namentlich benannt, während für die „Steinbruchsbesitzer- und pächter, Steinfabrikation und Steinsägewerke“ insgesamt 22 Namen und Adressen verzeichnet sind.

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