Terrassengärten der Festung

Terrassengärten Pirna Sonnenstein

Etwa 800 Tonnen neue Quader aus Reinhardtsdorfer und Postaer Sandstein wurden nach Pirna gebracht, um den Terrassengärten den nötigen Halt zu geben, den Zugang von der Altstadt her zu sichern und so den Schlossberg mit dem Hausberg zu verbinden. „Die alten Terrassengärten waren ja noch vorhanden, sie sind saniert und behutsam ergänzt worden“, sagt Anne Prugger vom gleichnamigen Büro Prugger Landschaftsarchitekten in Pirna.

Das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen: Zu jeder Jahreszeit macht das Spazieren auf den stufenfreien Wegen und zahlreichen Treppen viel Spaß. Als Belohnung winkt ein grandioser Ausblick auf die Pirnaer Altstadt und bei gutem Wetter bis nach Dresden.

Thematische Terrassen

In den Terrassengärten verschmelzen Natur und Sandstein zu einer Einheit. Sie laden jederzeit zum Verweilen ein. Die elf thematisch untergliederten Bereiche, die alle über schmale Wege und Treppen begehbar sind, erlauben immer wieder neue Entdeckungen. So finden sich auf der Obstterrasse alte Birnensorten, auf der Rosen- und Weinterrasse zarte Kletterrosen und Wein, an freistehenden Spalieren oder auf der immergrünen Terrasse duftende Rhododendren und Azaleen an einer Steganlage. Zudem gibt es die Sonnenterrasse mit Duftpflanzen, die Stauden- und Lavendelterrassen und die Aussichtsterrasse oberhalb und unterhalb des Weißen Turms. Begrenzt werden die Terrassengärten von den alten Mauern der Stadtbefestigung, die am Schlosshang vierfach gesetzt waren: Stadtmauer, Zwingermauer und weitere zwei Vormauern.

Geschichtsträchtiger Sandstein

Die Terrassengärten sind das Herzstück des Schlossberghanges, aber neu ist diese Idee nicht. Entstanden sind sie innerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung nach der Aufhebung des Festungsstatus 1764. Zunächst entwickelten sich hier Ratsgärten, später dienten die Terrassen den Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein zur Erholung. „Man sieht dem Sandstein seine Geschichte an, überall gibt es Spuren. Eben das ist ja das Interessante und Spannende hier“, sagt Anne Prugger. Das Leben des Sandsteins vom Bruch bis zum Einbau, vom Verfall bis zum Wiederauferstehen werde sichtbar. Auch Flora und Fauna sorgen inzwischen im wahrsten Sinne für „Sandstein voller Leben“. Mauern werden von Ranken, eingemeißelte Schriften durch Moose bewachsen. So zeigen Natur und Sandstein ihre besonderen Reize.

Kleine Schatzsucher willkommen

Übrigens: Für kleine Entdecker sind 14 kleine Schatzsucher-Punkte in Wege und Mauern eingebracht, die es zu entdecken lohnt: ein Schwert im Stein, Goldnuggets, eine Eidechse oder auch eine Murmelbahn.
Informationen zum Schatzsucherpfad und Flyer

© Sigrid Rehak

Veranstaltungen

Pirna – Sandstein voller Leben

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